International Qian Kun Taiji
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Qigong

Das Spiel der Fünf Tiere

Das Spiel der Fünf Tiere ist eine Basisform des Qian Kun-Systems. Es besteht aus fünf einzelnen Bewegungsabfolgen, den Tierformen: Affe, Schlange, Tiger, Bär und Vogel. Jede Tierform hat einen besonderen Übungsinhalt und dient der Gesunderhaltung von Körper und Geist.

Beobachtungen der Natur

Die Beobachtung von Natur und Tieren steht in der Tradition vieler chinesischer Bewegungskünste. Die Nachahmung von Bewegungselementen aus der Tierwelt oder generell der Natur soll hierbei den Übenden die jeweils besonderen positiven Eigenschaften der Bewegungsbilder bzgl. ihres Einflusses auf Körper und Geist nahe bringen. So sollen z.B. die Stärke, Gelassenheit, Geschmeidigkeit von Bär, Tiger, Schlange als Übungsbild transportiert werden.

In den traditionellen chinesischen Übungen zur Gesunderhaltung, dem Qigong, findet man sehr viele Bewegungsformen, deren Ursprünge auf Naturbeobachtungen basieren. Zusätzlich fließen je nach Ausrichtung des Qigong-Stils spezifische Atemübungen und Elemente der traditionellen chineischen Medizin ein. Auch in den Kampfkünsten gibt es viele Bezüge zu Tierbewegungen oder Naturerscheinungen.

Wirkung auf Körper und Geist

Generell dient die Übung der Tierformen des Qian Kun-Systems der Erhaltung und Förderung des Gesundheits- und Geisteszustands. Das Konzept der Tierformen beruht darauf, dass sich die Tiere natürlich bewegen und dies ein Element ihrer gesunden Lebensweise ist. Durch Nachahmung dieser Bewegungen soll der Mensch wieder zu seiner Natürlichkeit und Gesundheit zurückfinden und die besonderen Eigenschaften der Tiere, z.B. "Stark sein wie ein Bär", auf sich übertragen können. Bei den Tierformen steht im Vergleich zu anderen Qigong-Übungen nicht eine besondere Fokussierung auf spezifische Meridiane und Akkupunkturpunkte im Vordergrund. Im Mittelpunkt steht die entspannte, fein koordinerte, ganzheitliche Bewegung des Körpers, die Ausbildung einer Einheit des Körpers und des Bewusstseins. Die positiven Eigenschaften der Tiere soll durch die Vorstellungskraft in die Übungen einfließen. So soll der Übende in der fünften Tierform tatsächlich den Eindruck haben, wie ein Vogel zu fliegen.

Die entspannte Ausführung der Übungen führt zur Lokalisierung und zunehmend zur Aufhebung von Blockaden und Verspannungen des Körpers. Der Körper erreicht einen Zustand, in dem alle Bewegungen natürlich und entspannt fließend sind, die Atmung tief und leicht und der Geist ruhig und aufmerksam ist. Das Nervensystem wird entlastet, welches sich positiv auf den Stoffwechsel und die Organsysteme auswirkt. Die langsame, schonende und einheitliche Bewegungsausführung stärkt Muskeln, Sehnen und Gelenke. Geist und Psyche werden beruhigt und gleichzeitig aktiviert.

Bewegung und Aufmerksamkeit

Die Tierformen zeichnen sich durch eine bewusst einfache äußere Bewegungsabfolge aus. Aus diesem Grund dient das Spiel der Fünf Tiere auch der Erlernung und Vertiefung von speziellen Gesichtspunkten der Qian Kun Taijiquan-Formen. Die Tierformen sind besonders geeignet, um neben der Körpereinheit die Aufmerksamkeit zu schulen sowie den Energiekreislauf zu trainieren. Wie bei allen Übungen der Qian Kun-Systems ist die gleichmäßige, fein koordinierte, entspannte und weiche Bewegungsausführung und die Umsetzung der Haltungsprinzipien grundlegender Übungsinhalt.
Die Beginner sollten stets diese Inhalte in den Vordergrund der Übung stellen. Fortgeschrittene Übende können einen Schwerpunkt der Übung, neben der Vertiefung der grundlegenden Inhalte, auf die Führung der Aufmerksamkeit in Einheit mit der Bewegung und die Übung des großen Energiekreislaufs legen.

Im folgenden werden die Tierformen im einzelnen beschrieben. Obwohl die äußere Ausführung der Formen relativ einfach ist, ist das Erlernen der Tierformen und die Übung des inneren Konzepts nur durch intensiven Unterricht erlernbar. Hierzu gibt es viele Möglichkeiten, wie auf der Kursüberichtsseite entnommen werden kann.



Der Affe

Die erste Tierform im Spiel der Fünf Tiere ist die Affenform.
Der Affe steht für den Urmenschen, dessen Bewegungen natürlich sind, nicht den Gesetzen der Zivilisation unterliegend. Der Affe reckt sich nach einer Frucht, die er sich von einem Baum pflücken möchte.
Ausgangspunkt der Form ist die bekannte Grundposition, bei welcher besonders auf die entspannte und bewegliche, sowie aufrechte und ausgeprägte Haltung des Körpers zu achten ist.
Die Hände werden zu Beginn der Bewegung zur Brust und von dort weit nach oben geführt. Hierbei verlängert sich der gesamte Körper Glied um Glied, schließlich steht man auf den Fußballen. Anschließend sinken die Hände zurück zur Brust und werden weiter in Richung Boden vor die Füße geschoben. Durch Heben der Arme und Aufrichten des Körpers gelangt man wieder in die Ausgangsposition. Durch bewusste Führung der Aufmerksamkeit kann in dieser Tierform der große Energiekreislauf geübt werden.

Für die Qian Kun Tierformen wird kein Rahmen bzgl. Zahl an Wiederholungen oder Reihenfolge vorgegeben; als Empfehlung kann diese Übung achtmal ausgeführt werden.


 

Die Schlange

Die zweite Tierform ist die Schlangenform.
Die Schlange steht für die geschmeidige und fein koordinierte Bewegungen. Sie streckt in gegensätzliche Richtungen ihre Zunge aus.
Beginnend in der Ausgangsposition werden die Arme in Schulterhöhe geführt, anschließend ein Schritt nach links gesetzt und die Hände zurück in Hüfthöhe geschoben. Aus dieser mittleren Position "züngelt" die Schlange nach links, indem ihre Zunge (linker Arm) zur Seite, der rechte Arm nach hinten verlängert wird. Anschließend wird wieder die mittlere Positioni eingenommen, und die Übung nach rechts fortgeführt.
Diese Tierform kann zur Verbesserung der Dehnung in zunehmend tiefer Körperstellung ausgeführt werden. Ein Schwerpunkt dieser Tierform ist das bewusste Öffnen und Schließen, die Verlängerung des Körpers durch Führung der Aufmerksamkeit. Als Empfehlung kann diese Tierform viermal zu jeder Seite ausgeführt werden.

 

Der Tiger

Die driite Tierform des Qian Kun-Systems ist die Tigerform.
Der Tiger steht auf einem Berg, überblickt sein Revier und visiert seine Beute an.
Aus der Grundposition werden die Hände in Schulterhöhe geführt, gleichzeitig ein Schritt seitwärts nach links gesetzt. Aus dieser Körperstellung verwringt man den Körper nach links, setzt den rechten Fuß nach links hinten, die Hände formen Fäuste, man umfasst den Tigerkopf. Der Blick wird zum Schluss der Bewegung auf ein weites Ziel fokussiert. Nach Auflösen dieser Stellung gelangt man wieder in die erste Position und führt die Bewegung nach rechts aus.
Bei dieser Übung ist ein Schwerpunkt die besondere Blickführung, zur Schulung der Aufmerksamkeit und um die allgemeine Psyche zu verbessern.
Die Tigerform wird zu jeder Seite viermal ausgeführt.

 

Der Bär

Das vierte Tier ist der Bär.
Der Bär reckt und streckt sich; entspannt und kraftvoll zugleich.
Aus der Grundposition hebt man die Hände vor die Brust und setzt gleichzeitig einen Schritt nach links vorne. Die Hände werden in Einheit nach vorne geschoben, anschließend verlängert man den gesamten Körper. Das Gewicht fließt wieder auf den hinteren Fuß, die Hände werden im Bogen nach unten beginnend wieder zurück zur Brust geführt. Nach dem dritten Schieben nimmt der linke Fuß wieder die Ausgangsposition ein, die Hände werden vor der Brust nach vorne geschoben und sinken anschließend wieder in die Grundposition. Diese Abfolge wird anschließend nach rechts wiederholt.
Als besonderer Übungsinhalt kann der große Energiekreislaufs geübt werden.

 

 

Der Vogel

Das fünfte Tier stellt kein reales Tier dar. Diese Tierform steht in Verbindung mit dem uralten Traum der Menschen wie ein Vogel fliegen zu können und grenzenlos frei zu sein.
Beginnend aus der Grundposition werden die Hände wie beim Flügelschlagen eines Vogels nach oben geführt, gleichzeitig ein Schritt nach vorne links gesetzt. Während des Flügelschlagens fließt das Gewicht nach vorne, beim Heben der Arme fließt das Gewicht zurück. Bei den folgenden drei Flügelschlägen schwingen die Arme durch und schließen vor dem Körper, das rechte Bein wird mit nach oben geschwungen. Anschließend nimmt man wieder die Grundpostiion ein. Die Übung wird anschließend nach rechts wiederholt.
Diese Übung dient der Verbesserung der Atmung und der ganzheitlichen Entspannung.


 

 

Daoyin

Daoyin bedeutet "Leiten und Dehnen". Hierunter ist einerseits die rein körperliche Dehnung zu verstehen sowie die bewusste Leitung der Lebensenergie Qi durch den Körper.

Das Daoyin Yangsheng Gong besteht aus Übungen, die den Geist, die Atmung und den Körper regulieren und in den Konzepten der traditionellen chinesischen Medizin und der Qigong-Theorie gründen.

Die Bewegungen wurden so aufeinander abgestimmt und zu Folgen zusammengestellt, das sie einen bestimmten Bereich des Körpers ganz besonders trainieren. Daraus entstanden Qigong Übungen, die z.B. folgende Namen tragen:

  • Lungen-Qigong
  • Abwehr-Qigong
  • Nieren-Qigong
  • Herz-Qigong
  • Knochen-Muskel-Qigong
  • Sehnen-Qigong.